Nierentransplantation

Im Jahr 1954 wurde in Boston die erste längerfristig erfolgreiche Nierentransplantation zwischen eineiigen Zwillingen durchgeführt. Bei einer solchen Konstellation gibt es kaum Risiken für eine Abstoßungsreaktion, da die wesentlichen Gewebemerkmale bei eineiigen Zwillingen identisch sind. Erst später in den 60-er Jahren ermöglichten effektivere Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems, dass sich die Nierentransplantation als Therapieverfahren durchsetzen konnte.

Heute ist die Nierentransplantation ein Routineverfahren, im Jahr 2011 wurden in Deutschland 2850 Eingriffe durchgeführt. Eine Altersgrenze existiert nicht, wir betreuen in unserer Praxis über 300 Patienten vom 2. bis zum 8. Lebensjahrzehnt, die ein Nierentransplantat erhalten haben.

Die Qualität der Nachsorge entscheidet ganz wesentlich darüber, ob der Transplantationserfolg von Dauer ist. Wir sprechen mit Ihnen über Auswahl und Dosierung Ihrer Medikamente, überwachen die Organfunktion und dies immer in engem Kontakt mit dem Transplantationszentrum. Doch es geht nicht nur um die Nierenfunktion. Die Normalisierung von Blutdruck sowie Fett- und Glucosestoffwechsel nach Transplantation ist entscheidend für Ihre langfristige Gesundheit. Und hier gilt: auch bei guter Transplantatfunktion ist fast immer eine begleitende medikamentöse Behandlung zur Normalisierung der entscheidenden Stoffwechselparameter notwendig Dies erfordert viel Geduld und Gespräche, wir nehmen uns Zeit und kümmern uns um Sie!


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Die Bedeutung von Blutgruppe und Gewebemerkmalen

Kein Mensch gleicht dem anderen! Wie unsere Fingerabdrücke so sind auch die Oberflächenmerkmale unserer Körperzellen einzigartig. Trotz aller Erfolge der Transplantationsimmunologie gilt auch heute noch: je mehr Gewebemerkmale zwischen Spender und Empfänger übereinstimmen, desto größer ist die Chance auf einen langfristigen Therapieerfolg. Allerdings erlauben moderne Behandlungskonzepte, manche immunologischen Barrieren zu überwinden. Die Nierenspende ohne Berücksichtigung der so genannten HLA-Merkmale ist Teil spezieller Programme der Eurotransplantzentren und damit Behandlungsroutine. Auch die Transplantation bei Blutgruppeninkompatibilität wird in einzelnen Kliniken durchgeführt, Langzeitergebnisse für dieses Verfahren stehen aber noch aus.