Nierenspende

Seit Jahren gibt es einen erheblichen Mangel an Spenderorganen in Deutschland. Obwohl viele Menschen einer Organspende nach dem Tod positiv gegenüberstehen, haben nur wenige einen Organspendeausweis. Dies hat dazu geführt, dass derzeit über 8000 Dialysepatienten in Deutschland auf eine Spenderniere warten, die Wartezeit beträgt häufig viele Jahre.

In den letzten Jahren hat die Zahl der Lebendnierenspenden sehr stark zugenommen, derzeit stammen rund 20% der transplantierten Nieren in Deutschland von Lebendspendern. In großen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Organe nach Lebendspende tendenziell besser und länger funktionieren als Organe Verstorbener. Wir Ärztinnen und Ärzte der Gemeinschaftspraxis sprechen mit unseren Patienten frühzeitig über die Möglichkeit einer Lebendspende-Nierentransplantation, es gilt, gemeinsam Risiken abzuwägen und die Chancen für eine auch zeitlich planbare Nierentransplantation zu nutzen. (diesen Absatz habe ich von unten hier hin verschoben)

Seit 2003 regelt das deutsche Transplantationsgesetz auch die Aspekte der Lebendorganspende. Diese ist erlaubt für Verwandte der Organempfänger, sowie für nicht verwandte Menschen, sofern diese den Empfängern offenkundig sehr nahe stehen. Jede kommerziell motivierte Organspende ist verboten.

Das Operationsrisiko einer Nierenspende ist heute gut kalkulierbar, dennoch sind sorgfältige Voruntersuchungen zwingend notwendig. Auch wenn man mit nur einer Niere ohne gesundheitliche Nachteile leben kann, ist auch für Nierenspender eine regelmäßige Nachsorge zum Beispiel im Hinblick auf Blutdruckregulation und Nierenfunktion in unserer Praxis vorgesehen.


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Die postmortale Organspende

Die ganz überwiegende Zahl der in Deutschland transplantierten Organe stammt von verstorbenen Organspendern. Die Voraussetzung, eine Organentnahme in Erwägung zu ziehen, ist der Nachweis des so genannten dissoziierten Hirntodes, der selten ist und nur bei künstlich beatmeten Patienten auf einer Intensivstation eintreten kann. Der Hirntod, das heißt der vollständige und irreversible Ausfall der Gehirnfunktion eines Menschen, muss unabhängig voneinander durch zwei erfahrene Ärzte aufgrund streng festgelegter klinischer und aparativer Untersuchungen festgestellt werden. Eine Organentnahme darf nur erfolgen, wenn der Verstorbene selbst zu Lebzeiten zugestimmt hat oder wenn enge Angehörige als Ausdruck seines Willens ihr Einverständnis geben.